Lea & Lukas

Bei Familie Schwarz haben sich zwei weitere Samtpfoten in die Herzen ihrer neuen Menschen eingeschlichen.... Aus dem Tierheim in Waldenburg. Lea und Lukas. Ein Jahr lang im Tierheim und niemand wollte sie haben. Dieses hübsche Geschwisterpaar das gerade mal ein Jahr alt ist. Sie wurden mit c.a. 6 Wochen "entsorgt" wie ein Tetrapack! Eine ganz besonders traurige Geschichte um die beiden, die jetzt bei uns ihr Katzenleben genießen dürfen. Doch wie fing alles an? Nun, wir waren seit 4 Jahren nicht mehr in einem Tierheim. Und Anfang Juni wollten wir mal ins Tierheim nach Waldenburg das nur 15 Autominuten von uns entfernt liegt. Ich war schon irgendwie Skeptisch, ob es gut sei ins Tierheim zu fahren. Aber meine liebe Frau bestand darauf. Als wir dort ankamen und in der Katzenabteilung standen, waren wir schon erstaunt wie viele Katzen dort sind. In einem Zimmer das c.a. 8qm groß war, waren zwei junge Katzen die etwas sonderbar ausschauten. Zumindest verrieten dies ihre traurigen Augen. Eine von den beiden kam sofort auf uns zu. Die andere saß auf dem großen Katzenbaum, eher zurückhaltend. Wir fragten was mit den beiden sei. Man erklärte uns das sie zusammen mit zwei weiteren im Mai 2008 ausgesetzt gefunden wurden. Alle vier waren zu dem Zeitpunkt c.a. 6-8 Wochen alt und hatten Katzenschnupfen. Die Rettung der vier kleinen überlebten nur diese beiden (Lea & Lukas).

Meine Frau sah mich mit großen und sehr fragenden Augen an..... Oh nein, bitte nicht!  Wir haben doch vier und wer weiß ob die sich überhaupt vertragen. Aber meine Hunderttausende Gründe gegen weiteren Katzenzuwachs waren vergeblich. Die Frau vom Tierheim erklärte uns das beide den chronischen Katzenschnupfen haben, dieser aber keinesfalls für andere Katzen ansteckend sei. Bei der kleinen Lea ist er nicht ganz so ausgeprägt wie bei dem Lukas. Die Katzen können damit sehr gut leben und der Aufwand den man damit hat (Augen immer mal wieder sauber tupfen) hält sich in Grenzen. Lukas war sowieso ein Wackelkandidat,  der aber einen ungeheuren Drang zum Leben hat. Wenn gleich auch sein junges Katzenleben immer wieder auf der Kippe stand. Er war sehr krank und niemand wußte ob er es überhaupt schafft. Durch die nichtbehandlung des Katzenschnupfens hat er schlimme Folgeschäden davongetragen.

Er hat tränende Augen und Probleme mit dem Atmen. Größere Anstrengungen sind Gift für ihn. Dann muß er immer husten. Was zwar ziemlich heftig aussieht, aber zum Glück nicht so oft vorkommt. Man nahm sich viel Zeit für die beiden und auch der behandelte Tierarzt war sehr zuversichtlich das Lukas eine Chance verdient. Räumte aber gleichzeitig ein, das niemand vorhersagen kann wie sich sein Gesundheitszustand entwickeln wird und wie lange er Lebt. Lea ist erheblich robuster als ihr Bruder und sie hat auch überwiegend nur mit einem Auge Probleme. Jetzt sind beide ein Jahr alt. Jetzt, wie muß man sich das vorstellen mit den Augen? Immer wieder ist im Internet von "rotzenden" Katzen die Rede. Dies kann ich nicht bestätigen, die Augen tränen zwar, aber die Flüssigkeit ist ziemlich fest und wird auch immer gleich entfernt. Diesen Vorgang machen wir in der Regel 5-6mal am Tag. Auch die Aussagen das die Katzen mit Katzenschnupfen die Wohnung verunreinigen, kann ich nicht bestätigen. Ich hab noch keine unschönen Flecken irgendwo entdeckt.

Im Tierheim erklärte man uns, das zwar viele Leute ins Zimmer von Lea & Lukas gehen, aber wenn sie dann die Augen sehen, dann geht die Tür wieder sehr schnell zu....  Nun wir gingen nicht so schnell und blieben erst mal eine weile in dem Zimmer. Irgendwann kam der kleine Lukas vom Katzenbaum runter und lief in meine Richtung, er schnurrte ganz zart und ich nahm ihn auf meinen Arm. Er schmiegte sich regelrecht an mich, so als wolle er sagen, bitte nimm mich mit, ich bin auch ganz lieb. Lea hingegen war da schon etwas aufgeweckter und rannte im Zimmer auf und ab, legte sich immer wieder auf die Seite und Gurrte wie ein Täubchen als wolle sie sagen: Vielleicht nehmen uns ja die beiden mit in ein schönes Zuhause. Die beiden gibt es nur zusammen erklärte man uns. Immer wieder die fragenden Blicke meiner Frau die mich trafen... Ich sagte: Lass uns das gut überlegen, wir schlafen erst mal eine Nacht darüber und entscheiden dann. Zu diesem Zeitpunkt hatte meine Frau bereits entschieden.... Der Abschied an diesem Tag von den beiden fiel meiner Frau doch sichtlich schwer. Kaum im Auto kamen die ersten Argumente. Bitte laß uns doch die beiden holen, die nimmt niemand und die werden sonst ewig im Tierheim verbringen.

Ich muß gestehen, das Schicksal der beiden berührte mich doch auch erheblich und ich mußte daran denken, wie abgebrüht muß ein Mensch sein, der vier junge Kätzchen einfach wie einen Tetrapack irgendwo in der Pampa entsorgt? Was sind das für Idioten. Man kann doch Tiere wenn man sie nicht haben will abgeben, aber doch nicht entsorgen! Das sind doch Lebewesen. Dieser Verantwortungslosigkeit der Kreatur Tier gegenüber, da ist wohl nur der Mensch dazu in der Lage. Strafen die hierfür vorgesehen sind, können als Lächerlich bezeichnet werden und solange diese Strafen nicht drastisch erhöht und verfolgt werden, wird es weiterhin so laufen, das man Tiere einfach entsorgt wenn man sie nicht haben will. Wie viele Tiere jetzt wieder ab Juli wenn die Urlaubszeit anfängt, ausgesetzt werden, und ihrem Schicksal überlassen werden. Können diese Menschen noch ruhig schlafen? Wenn man das Tier womöglich als Welpe geholt hat, großgezogen hat und jetzt möchte man in  den Urlaub und weiß nicht wo hin mit ihm? Na klar, aussetzen, was sonst. Und dann ab in den wohlverdienten Urlaub..... Eine noch Primitivere Lösung fällt dem Mensch dazu nicht ein. Sie merken schon, wenn es um dieses Thema geht, bin ich nicht mehr zu halten, aber man muß es immer wieder sagen. Und ich werde nicht Müde es immer wieder zu sagen. Denn, wenn mich etwas aufregt, dann ist es die Tatsache, wie sorglos wir mit der Kreatur Tier umgehen.

So, jetzt aber wieder zu den beiden Katzen Lea & Lukas. Nach dem wir wieder zu Hause waren, lag es nun an meiner Frau, mich zu überzeugen, das es Sinn macht die beiden zu holen. Es klang irgendwie:

"Und Gott sprach zu mir, nimm diese beiden kranken Kätzchen zu dir. Ich habe im Moment keine Zeit für sie. Sorge gut für sie und lasse es ihnen an nichts fehlen. Eines Tages wenn ich wieder mehr Zeit habe, hole ich sie wieder zu mir."

Also war es beschlossen. Meine Frau rief im Tierheim an und erklärte das sie die beiden holen wird. Gut sagte man, wir werden sie noch mal dem Tierarzt vorstellen und übermorgen können sie die beiden dann abholen. Als die beiden bei uns eintrafen, waren unsere Samtis natürlich nicht besonders begeistert. Ein gefauche und geknurre in jeder Ecke. Ein aufreibende zeit begann. Winni war der einzigste der das alles ein bisschen lockerer hinnahm. Aber die Muze.... sie war in Lauerstellung. Denn Lea hatte gleich von Anfang an versucht die Muze zu unterwerfen. Nur, Muzeline ließ das nicht mit sich machen. Das dauerte 2 Tage, bis Muze den Spieß umdrehte und sich dazu entschloss etwas dagegen zu tun. Sie war plötzlich in der Rolle der überlegeren. Schließlich war sie ja zuerst da. Und so begann eine Zeit, mit Rangordnung Verteilung. Lukas hielt sich aus allem raus. Denn, er war geschwächt. Seine Krankheit machte ihm doch sehr zu schaffen.

Sein Katzenschnupfen und seine tränenden Augen ließen ihn erst mal nicht zur Ruhe kommen. Hinzu kam das nach etwa 3 Tagen sein linkes hinteres Pfötchen immer mal wieder blutete. Wir machten einen Verband und ab zum Tierarzt. Dieser stellte fest, das es eine Art Schuppenflechte sei. Es konnte durchaus sein, durch die Umstellung vom Tierheim, wo es kein Teppichboden gibt, jetzt in einer Wohnung mit Teppichboden, das er da überempfindlich reagiere. Er bekam einen Fachgerechten Verband und Antibiotika in Form einer Paste. Die Paste mußten wir ihm einmal Täglich für 1 Woche geben. Der Verband war natürlich schon nervig für ihn. Aber er kam nach einem Tag wunderbar damit zurecht. Und sein Appetit war ausgezeichnet. Er konnte immer fressen. Aber danach verkroch er sich immer wieder auf seinen Lieblingsplatz, auf die Zudecke im Schlafzimmer. Immer wieder, oder genauer gesagt bekam er mindestens 2-3 mal am Tag einen Hustenanfall. Dies kündigte sich immer mit einem würgen und seitlichem Kopfbewegen an. Dann hustete er und nach diesem Anfall atmete er immer stark mit dem Mund. Das schaut für jemanden der wie wir, so was noch nie gesehen hat, ziemlich beängstigend aus.

Als nach einer Woche der nächste Tierarztbesuch anstand um zu sehen wie die Pfote abgeheilt war, fragten wir gleich, was man gegen den Husten tun kann. Das beste wäre es wenn man ihn Inhalieren ließe mit Kochsalzlösung. Seine Lunge ist sehr stark in mittleidenschaft gezogen, alles bedingt durch den nicht rechtzeitig behandelten Katzenschnupfen. Die Pfote war sehr schön abgeheilt. Es kann sein, das es immer wieder mal sein kann, das die Pfoten bluten, erklärte man uns, da sein ganzer Organismus geschwächt sei. Wir bekamen noch Augentropfen mit und sollten uns in zwei Wochen noch mal melden. Auf meine Frage hin, ob für Lukas diese ganzen Strapazen überhaupt vertretbar sind, bekam ich die Antwort: Ja, er ist ein Kämpfer und niemand hatte geglaubt, das er es überhaupt so weit schaffen würde! Gut, als wir wieder zu Hause waren, setzte ich mich an den PC und suchte im Internet nach Inhalationsgeräten. Ich wurde fündig und bestellte so ein Teil. 69,-Euronen wurden fällig für das Teil. Als es kam wurde es gleich mal ausprobiert. Kapseln mit Kochsalzlösung waren auch dabei. Eine Kapsel hat 2,5ml und reicht etwa für 5 Minuten.

Das Gerät arbeitet im Prinzip wie eine Luftpumpe für Aquarien, ein kleiner Kompressor erzeugt Luft über eine Membrane und fördert diese dann in einen Luftschlauch. Am anderen Ende des Schlauches ist ein Behälter, gefüllt mit der Kochsalzlösung. Dadurch wird die Kochsalzlösung mit der stark komprimierten Luft angereichert und gelangt als sehr feinen Nebel aus dem Behälter. Das Ergebnis ist ein feiner Nebel der die Atemwege wieder freier macht. Ist auch für uns Menschen eine hervorragende Möglichkeit wenn wir Schnupfen haben. Das Gerät ist aber nicht gerade leise und erschreckte den Lukas sehr. Jetzt hieß es tricksen. Er kommt zum Inhalieren in die Katzentransportbox, darüber kommt eine Wolldecke. Ich habe einen kleinen Holzständer gebastelt, damit wir den Behälter mit der Kochsalzlösung nicht halten müßen. Der Ständer wird dann unmittelbar vor das Gitter der Transportbox gestellt. Gerät wird eingeschaltet und das Inhalieren kann beginnen. Am Anfang war es für ihn schon etwas doof, aber mit jedem weiteren mal wurde es besser und er hat sich mittlerweile daran gewöhnt. Am Anfang wurde noch jeden Tag Inhaliert, jetzt wird nur noch jeden zweiten Tag Inhaliert. Es hat sich herausgestellt, das die Anschaffung dieses Gerätes Goldrichtig war. Seine Hustenanfälle haben sich verringert und sind auch nicht mehr so lang anhaltend.

Nach drei Monaten mit Inhalieren können wir sagen, das sich sein Zustand um einiges gebessert hat. Er hat auch Gewicht zugelegt. schläft nicht mehr nur den ganzen Tag, sondern nimmt Teil am Leben. Am Leben mit uns und seinen Samtpfötigen Mitbewohnern. Er ist ein richtig kleiner knuddeliger Kater geworden. Ich nenne ihn mittlerweile: Lukaluka... Er ist ein kleiner Raufbold geworden. Das hätte wohl niemand gedacht. Aus dem kleinen kranken nur schlafenden Kater, ist eine kleine "Kampfkatze" geworden. Warum Kampfkatze? Das lesen sie demnächst hier....

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